Wir starteten zeitig mit Frühstück im Motel (Bagels, Waffels, Joghurt, Kaffee, Orangenjuice) in den heutigen Tag. Am gestrigen Abend habe ich noch National kontaktiert und Ihnen erklärt dass wir den Wagen bereits defekt übernommen haben. “Kein Problem” meinte die Hotline, einfach bei der nächsten Station vorbeikommen und den Wagen tauschen – schon wieder. Nachdem heute eine Teilstrecke über eine holprige Sandpiste führen sollte, hofften wir daß die Stoßstange noch bis übermorgen halten würde – dann nämlich würden wir den Wagen in Rapid City tauschen können.
Nach dem Frühstück ging’s zur erste Station des Tages: Carhenge. Carhenge ist ein Kunstwerk aus alten Autos (alle der Marke Ford) das den Megalithkreis von Stonehenge als Vorbild hat. Sieht klasse aus und zum Glück hat auch das Wetter wieder mitgespielt.
Wir schlendern eine halbe bis dreiviertel Stunde durch das Feld mit den dort platzierten Kunstwerken, machen Fotos ohne Ende und wundern uns wie man auf so eine Idee kommen kann. Aber wenn man mal in Alliance, Nebraska gewesen ist, weiss man, dass man hier sicher viel Zeit hat sich solchen Unsinn auszudenken
Weiter ging’s nun zwar in Richtung South Dakota, das nächste Tagesziel war aber noch kurz vor der Grenze: der Toadstool Geologic Park. Von Crawford, Nebraska aus sind’s gute 19 Meilen, 14 Meilen davon auf einer Gravelroad. Alles ist perfekt beschildert, man kann ihn also nicht verfehlen. Der Park besteht aus zumeist weissen Felsformationen, die jenen im Bryce Canyon ähneln. Den Rundkurs haben wir in gut einer Stunde durch, danach gibt’s am Parkplatz in einer der Picknick-Unterstände noch Mittagessen. Danach machten wir uns auf den Weg zu unserem letzten Ziel des Tages: dem Custer State Park.
Die Straßen Nebraskas sind einsam und verlassen, so können wir meist mit 65 Meilen dahingleiten. Eine geschlagene Stunde haben wir keinen Gegenverkehr gehabt – fast schon gespenstisch. Um zum Custer State Park zu gelangen, fahren wir noch durch den Wind Cave Nationalpark, dieser fängt direkt unterhalb des Custer State Parks an. Wir haben uns eigentlich nicht viel vom Wind Cave erwartet – umso erstaunter und überraschter sind wir, als wir hier schon Bisons und Präriehunde en masse sehen. Die Bisons sind in Herden unterwegs zum Teil nicht mal ein hundert Meter von uns entfernt. Dank des Swarovski-Optik Fernglases können wir aber einen genauen Blick auf diese faszinierenden Tier werfen. Die Präriehunde, verwandt mit den Eichhörnchen, können wir hingegen von der Straße aus ohne Feldstecher beobachten wie sie auf den Höhleneingängen Wache halten und bei drohender Gefahr, also uns, sofort zu pfeifen/bellen anfangen und somit ihre Artgenossen warnen. Diese laufen auch sogleich in die Höhlensysteme und waren nicht mehr gesehen.
Genug von diesen putzigen und faszinierenden Tiere: weiter geht’s zum Custer State Park, dessen Wildlife-Loop-Road ebenfalls für Bison- und Wildtiersichtungen bekannt ist. Das ist auch der Grund weshalb wir direkt im Park übernachten werden. Wir beschließen bei der Parkeinfahrt die Loop-Road für’s erste auszulassen und zuerst im Hotel einzuchecken. Von außen sieht alles sehr gut aus, auch die Lobby verspricht einiges. So fallen wir aus fast allen Wolken als wir unser Zimmer betreten – wir fühlen uns ins Jahr 1920 zurückversetzt. Es stehen zwei Einzelbetten Kopf an Kopf aneinander, gerade mal breit genug, daß wir reinpassen. Die Armaturen sind auch noch aus den 20’er Jahren, bei den Fenstern zieht’s rein und lichtdurchlässige Vorhänge runden das nicht gerade positive Bild ab.
Also schnell wieder raus, vielleicht haben wir ja Glück und sehen noch etwas Wildlife. Bei unserer ersten Runde am Nachmittag, können wir “nur” Bisons aus der Ferne betrachten, als wir abends in der Dämmerung nochmal die gleiche Strecke abfahren, bietet sich uns ein ganz anderes Bild: Bisons überall, auch auf den Straßen tummeln sie sich. Was für ein Anblick! Auch anderes Getier wie Rehe, Esel und Springböcke können wir beobachten. So wundert es uns nicht, daß bei der letzten Runde sicherlich zwei Stunden vergehen bis wir wieder im Hotel sind. Müde und erschöpft von so viel Natur, ist uns nun auch unser Zimmer egal. Wir machen uns noch fit für’s Bett, springen rein und sagen “Good Night” und bis morgen.
Fotos gibt’s hier: http://usinside.com/usafotos


